Berichte

Einweihung der 24 Nordpfade in Rotenburg/Wümme

Bericht und Fotos von Jürgen Grund

Das Natur- und Wanderparadies zwischen den Städten Bremen, Hamburg und Hannover war das Ziel der Wanderfreunde Bremen am Sonntag, den 22. Mai 2016. Rund  20 Wanderfreunde trafen sich morgens am Hauptbahnhof in Bremen und fuhren umweltfreundlich mit der Bahn nach Sottrum.

Am Bahnhof Sottrum wurden wir vom Bürgermeister begrüßt und gegen 09:30 Uhr starteten wir unseren „Nordpfade Wandertag“. Mit Sternwanderungen auf verschiedenen Nordpfaden nach Rotenburg/Wümme sollten auf dem Festplatz am Heimathaus die Eröffnung der 24 Nordpfade gefeiert werden. Die 24 Nordpfade sind zuverlässig ausgeschilderte und markierte Wanderwege von 5 bis 32 km Länge. Sie bieten zu jeder Jahreszeit ihren besonderen Reiz. (www.NORDPFADE.de)

Über Hassendorf wanderten wir in die Wümmewiesen. Das Wetter meinte es gut mit uns, ja vielleicht etwas zu gut. Es war warm und schwül, doch der Wald brachte etwas Abkühlung. Wir folgten dem Waldrandweg an den Wümmewiesen. Wie Wümme bekamen wir jedoch nur selten zu sehen. Am Waldklassenzimmer legten wir eine Pause ein. Von der Firma Vilsa bekamen wir hier Getränke gespendet.

Jürgen Grund, unser Wanderführer, nimmt die Gelegenheit wahr und erzählt uns etwas über den Wald und seine Bedeutung zum Abschalten, Auftanken und für unsere Gesundheit.

Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele um. Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm. Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden. (Erich Kästner).

Nach der Pause setzen wir unsere Wanderung fort und erreichen durch den Ahe-Wald nach etwa 13 km .
gegen 13:30 Uhr das Festgelände am Heimathaus. Rund 250 Gäste der Sternwanderungen auf den Nordpfaden nach Rotenburg/Wümme lauschten bereits den Einweihungsfeierlichkeiten
Es war eine gelungene Wanderveranstaltung und wir werden wiederkommen, um auf den Nordpfaden genussvoll auf norddeutsche Art zu wandern.

 

Der Norden wandert

Bericht und Fotos von Jürgen Grund

Am Sonntag, dem 1. November 2015, stand eine Verbandswanderung unter dem Motto „Der Norden wandert“ im Wanderprogramm. An jedem 1. Sonntag im Monat organisiert der Wanderverband Norddeutschland e.V. so eine Wanderung. Neben Bremen gehören Wandervereine in Hamburg, Buchholz, Eddelak, Kreis Steinburg, Kiel, Lübeck, Lüneburg, Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Bremervörde zum Verband

Wanderfreunde aus Bremen trafen sich am Hauptbahnhof und fuhren umweltschonend mit dem „Schönes-Wochenend-Ticket“ nach Hamburg und mit der S-Bahn weiter nach Aumühle. Dort trafen sich die Wanderer aus ganz Norddeutschland.
Ein sonniger Herbsttag machte die anschließende Wanderung entlang des Billetals und durch den Sachsenwald zu einem ganz besonderen Erlebnis
Die ca. 65 km lange Bille ist ein Nebenfluss der Elbe. Sie entspringt bei Trittau im Südosten Schleswig-Holsteins und mündet in Hamburg in die Unterelbe. Im Naturschutzgebiet des Billetals wandern wir auf schmalen wurzelreiche Pfaden am Rande des Sachsenwaldes flussabwärts. Im Sonnenlicht leuchten die Herbstfarben des Laubwaldes.

Der Sachsenwald ist mit knapp 70 km² Schleswig-Holsteins größtes zusammenhängendes Waldgebiet. Es ist der Rest eines riesigen ehemaligen Urwaldes, bestehend vorwiegend aus Eichen und Buchen, der sich von der Ostsee bis nach Niedersachsen erstreckte. .
Die ältesten Nachweise für eine Besiedelung des Sachsenwaldes wurden auf das 4. Jahrhundert vor Christus datiert. Kaiser Wilhelm I. schenkte Otto von Bismarck 1871 den Sachsenwald in Anerkennung seiner Verdienste um die Reichsgründung. Der Wald befindet sich heute noch überwiegend im Besitz seiner Nachfahren

Durch den Sachsenwald wandern wir zurück nach Aumühle. 12 km waren wir in dieser schönen Landschaft unterwegs. Nach einer Einkehr traten wir die Heimreise an. Zurück in Bremen waren wir einhellig der Meinung, dass sich die Strapazen der Zugfahrt gelohnt hatten.

Glückauf im Erzgebirge

Ein Bericht von Horst Döge
Fotos: Jürgen Krüger

Das Erzgebirge- das sind sanfte Hügel und weit geschwungene Täler- ein ideales Gebiet für eine Wandereise. Erika Wallentowitz hatte die Verbindungen geknüpft und für eine Gruppe mit 18 Teilnehmern die Tour organisiert.
Gleich am ersten Abend im Hotel Frauensteiner Hof stellte uns Erika den ortsansässigen Wanderführer Reiner Hengst aus Frauenstein vor. Reiner, der Wanderwegewart der Gemeinde, Kenner der Bergbaugeschichte, Hobbyarchäologe und echter Sachse führte uns eine Woche lang
auf den schönsten Touren durch sein Heimatland.

„Ich kann euch fast 500 Kilometer Wandertouren anbieten“, erzählte uns Reiner im besten sächsischen Dialekt. Wir aber wollten nur die Besten.
Bei unseren Wanderungen durch die weiten Täler der Bobritzsch, der Gimmlitz und der Freiberger Mulde, stießen wir immer wieder auf die Bergbaugeschichte der Region – wie im Gimmlitztal, dem Tal der Mühlen, wo das Erz gemahlen und das Silber ausgewaschen wurde. Reiner erklärte uns mit viel Fachwissen und nie endender Geduld den Weg des Erzes vom Abbau im Stollen, über den aufwändigen Transport bis zur Erzwäsche.

Weitere Höhepunkte waren ein Besuch der Mineralienschau „Terra Mineralia“ der TU Bergakademie Freiberg im Freiberger Schloss, mit über 3500 Mineralien, Edelsteinen und Meteoriten, sowie die Sonderausstellung „Fliegende Juwelen“ mit atemberaubenden Exponaten aus dem Reich der Insekten und Minerale.

Beim Wandern kamen wir durch das selbsternannte Dorf „Blockhausen“. Bei den „Sauensägern“ im Dorf werden mit Kettensägen filigrane Holzskulpturen erstellt. Es war schon sehr beeindruckend. Zur Mittagsrast saßen am längsten Holztisch der Welt, aus einer einzigen Fichte mit knapp 40 m Länge gesägt.
In der Dorfkirche in Nassau konnten wir die Orgel von Gottfried Silbermann bestaunen, in der Petrikirche in Freiberg eines seiner weltberühmten Instrumente sogar bei einer Orgelprobe erleben. Gottfried Silbermann verbrachte seine Jugend in Frauenstein, in Freiberg eröffnete er 1711 seine Orgelbauwerkstatt.
„Und dann gibt es noch die Pfadfinderrunde“ sagte Reiner am vorletzten Tag und zog mit uns quer durch Wald und Wiesen. Ein klein wenig Abenteuer muss halt sein.

Der Zurück-Zug nach Bremen musste wegen Baustellen neu geplant werden und die Bahnanzeigen in Leipzig waren sehr irritierend. Aber die Organisation war wieder perfekt und wir kamen pünktlich in Bremen an. Wir hatten eine schöne und erlebnisreiche Wanderwoche mit Erika und Reiner in Frauenstein im Erzgebirge. Danke!

Auch um Bremen lässt es sich gut wandern…..

Kempowski Idylle

Ein Bericht von Erika Wallentowitz
Fotos: Cerstin Zenker

Seit einiger Zeit gibt es im Landkreis Rotenburg/Wümme 24 sehr gut ausgeschilderte Wanderwege, die “Nordpfade”.
Am 31. Mai 2015 waren wir mit unserer HundeWanderGruppe auf “Kempowski´s Idylle” unterwegs.
Auf dem Parkplatz vom Nartumer HofLandgasthaus “Nartumer Hof” hatten sich am Vormittag 17 Menschen und 11 Hunde versammelt.
Schnell wurde bei den netten Wirtsleuten das Essen für die spätere Einkehr ausgesucht und dann ging´s zur großen Freude unserer Vierbeiner endlich los!
Bei bestem Wanderwetter sind wir an Wiesen und Getreidefeldern entlanggelaufen, haben im Wald am Steinfelder Großsteingrab gerastet, sind am Naturschutzgebiet Hemelsmoor vorbeigekommen, haben eine ehemalige Sandabbaustelle bewundert.
Weiter führte uns dann der Nordpfad an den Rand des Stellingsmoores und durch mooriges Grünland ging´s wieder zurück nach Nartum.
In Nartum hat viele Jahre der bekannte Schriftsteller Walter Kempowski gelebt, siehe www.kempowski.de

Wanderung am Stemweder Berg

Ein Bericht von Jürgen Grund
Foto: Jürgen Grund

Am Sonnabend, den 30. Mai 2015 treffen sich 25 Wanderfreunde am Bahnhof in Bremen. Bei etwas kühlem Wetter und Sonnenschein besteigen sie den Zug nach Osnabrück. Mit der MIA-Karte geht es preiswert und umweltschonend nach Lemförde.

Lemförde wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Die Grafen von Diepholz sicherten hier ihren Besitz gegen das Bistum Minden. Heute leben ca. 3.000 Einwohner in Lemförde. Wie Bodenfunde beweisen wurde in dieser Gegend jedoch schon seit ca. 8.000 Jahren gesiedelt.

Am Bahnhof startet unser Wanderführer, Joachim Meissner, eine interessante Wanderung zum Stemweder Berg. Das kleinste Mittelgebirge Deutschlands

besteht aus über 200 Mio Jahren altem Meeresboden, der infolge von tektonischen Plattenbewegungen empor gedrückt wurde und sich unter enormem Druck zu Kalkstein verfestigt hat.

Ein abwechslungsreicher Weg mit viel Wald, tollen Aussichten am Waldrand und blühenden Wiesen liegt vor uns. Der Stemweder Berg mit seinen ca. 180 Höhenmetern ist schon eine Herausforderung für uns Flachlandwanderer. Die Berge haben Namen wie Feldbrink, Dorenberg, Kahler Hügel, Schlichter Brink oder Scharfer Berg.

Kurz vor unserer Mittagseinkehr im Landgasthof Wilhelmshöhe beginnt es zu regne mit vereinzelten Donnerschlägen. Das juckt uns allerdings wenig und wir lassen es uns schmecken. Auf dem Rückweg nach der Mittagspause regnet es zunächst weiter. Die Wanderfreunde sind entsprechend ausgerüstet, denn wir wandern bei jedem Wetter. Der Wald gibt uns etwas Schutz, doch die Wege sind teils aufgeweicht, von den schweren Waldmaschinen in Mitleidenschaft gezogen und eine Herausforderung.

Alte Grenzsteine am Weg zeigen uns, dass hier früher die Grenze zwischen dem Königreich Hannover und Preußen verlief. Heute befinden wir uns an der Grenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Zum Ende der Wanderung, sozusagen als Belohnung, lacht uns wieder die Sonne vom blauen Himmel. 20 Kilometer sind wir in dieser schönen Gegend unterwegs gewesen. Danke Jochen.

Mond und Sterne

Ein Bericht von Christina Both
Fotos: Christina und Karl-Heinz Both

“Du kannst mir mal im Mondschein begegnen!” – diese Aufforderung ist in der Regel nicht besonders freundlich gemeint. Ganz anders die Einladung von Walter Wagner zu einer Wanderung bei Mondschein!

Wie bereits im Programm angekündigt, konnte dafür kein fester Termin angegeben werden, da mindestens zwei Bedingungen erfüllt sein mussten: klarer Himmel und Vollmond. Am 3. Februar schrieb Walter eine E-Mail an alle, die vorher ihr Interesse bekundet hatten: “Morgen sollte es funktionieren.”

Acht Wanderfreundinnen und -freunde (5 / 3) folgten der Einladung und trafen sich am 4. Februar um 17:00 Uhr in Borgfeld.

Im letzten Tageslicht machten wir uns auf den Weg durch die Borgfelder Wümmewiesen. Der Sonnenuntergang tauchte die überschwemmten, teilweise gefrorenen Flächen in zauberhaftes Licht. Grandiose Farbspiele zwischen orange, pink und violett, Bäume und Zäune wie Scherenschnitte dagegen abgesetzt, ließen uns immer wieder staunend innehalten. Auch Fotostopps waren mehrmals nötig. Nicht nur die optische, auch die akustische Kulisse dieses “Schauspiels” war eindrucksvoll: ständig flogen Formationen von Wasservögeln mit lautem Geschrei über uns hinweg, um ihre Schlafplätze aufzusuchen, gaben dann aber keineswegs Ruhe, sondern setzten ihr Palaver noch weithin hörbar fort.

Und der Mond? Das eigentliche “Ziel” der Wanderung? Obwohl er laut Kalender um 17:11 Uhr hätte aufgehen sollen, machte er sich lange Zeit äußerst rar. Während wir in Richtung Osten wanderten, leuchteten mehr und mehr Sterne am klaren Winterhimmel auf, aber da, wo der Mond hätte erscheinen sollen, erstreckte sich eine Wolkenbank über dem Horizont.

Etwas enttäuscht kehrten wir nach etwa fünf Kilometer wieder um in Richtung Borgfeld. Immer wieder drehten wir uns um. Endlich erhellte sich der Wolkenrand, fing an zu leuchten wie eine von hinten angestrahlte Theaterkulisse. Dann kam er zum Vorschein: der Vollmond in seiner ganzen Schönheit, gelb-orange, sein Spiegelbild auf der Wasserfläche reflektiert, Romantik pur! Zwar zogen immer wieder Wolkenschleier über sein “Gesicht”, der Eindruck aber blieb unvergesslich, von keiner Kamera festzuhalten.

Wegen der Kälte legten wir den Rückweg in ziemlich zügigem Tempo zurück. Eine gemütliche Einkehr im Borgfelder “Dorfkrug” rundete den Abend harmonisch ab. Eine tolle Wanderung! Danke, Walter!

Verbandswanderung Sonntag, der 1. März 2015

Ein Bericht von Jürgen Grund
Foto: Jürgen Grund

Der Tag beginnt trüb und regnerisch. 31 Wanderfreunde aus Norddeutschland treffen sich am Bahnhof Lauenbrück zur Verbandswanderung. Der Wanderverband Norddeutschland e.V. veranstaltet diese Wanderungen immer am 1. Sonntag im Monat. Die Organisation übernehmen in beliebiger Reihenfolge die norddeutschen Mitgliedsvereine.

Jürgen Grund von den Wanderfreunden Bremen e.V. begrüßt die Teilnehmer und stellvertretend für alle, den Verbandsvorsitzenden Reinhard Schlothauer. Nach einer kurzen Einführung und Erklärung zum Ort Lauenbrück geht es über die Fintau ins Büschelsmoor.

Das Moor wird intensiv landwirtschaftlich genutzt und riesige abgeerntete Maisfelder prägen das Bild. Niedersachsen war mit rund 4.500 km² Mooren früher der moorreichste Landschaftsraum Mitteleuropas. Nur etwa 250 km² sind heute noch im naturnahen und wenig gestörten Zustand erhalten. Davon bekommt die Wandergruppe allerdings nichts zu Gesicht.

Zur Mittagseinkehr werden wir im Scheeßeler Hof in Scheeßel gut bewirtet. Die Sonne schaut uns zu und hebt die Stimmung. Nach dem Mittagessen setzen wir unsere Wanderung auf dem Nordpfad „Wümme und Vareler Heide“ fort. Von der idyllisch gelegenen Hofanlage Meyerhof geht es über die Beeke am Heimathausgelände mit seinem „Niederdeutschen Hallenhaus“ vorbei am Hohen Wümmeufer entlang durch die Wümme-Auenlandschaft.

Regenschauer und Sonnenschein begleiten uns nach einer Pause durch die wellige Dünenlandschaft der Vareler Heide mit Besenheide und Wachholder. Gegen 16:30 Uhr erreichen wir nach 19 km den Bahnhof von Lauenbrück wo wir unsere ereignisreiche Wanderung beenden. Dankbar und glücklich fahren die Teilnehmer zurück nach Hamburg, Bremen, Bremervörde, Pinneberg, Stormarn und Buchholz.

Eine Winterwanderung

Ein Bericht von Horst Döge
Fotos: Lieselotte Döge

Die Nacht war kalt und frostig. Am Morgen hatte die eiskalte Luft die Landschaft mit einer feinen Schicht aus glitzernden  Eiskristallen überzogen. Dazu blauer Himmel und Sonnenschein. Also ein ideales Wanderwetter, als sich 40 Wanderer (!) am frühen Nachmittag im Januar 2015  am Rolandcenter trafen.

Zunächst ging es durch den wunderschönen „Park links der Weser“, der sich zwischen Huchting und Grolland erstreckt. In einer langen Reihe schlängelten sich die Wanderer auf dem Deichweg an der Ochtum entlang. Eine gut gelaunte bunte Gesellschaft, der man die Freude am Wandern förmlich ansah.

An der Bahnlinie Bremen- Oldenburg endet der weitläufige Park. Die Gruppe unterquerte die Bahntrasse. Ein Stück ging es am Wardamm entlang und dann weiter durch die ausgedehnten Wiesen des Grollander Fleets. Dieses Gebiet ist inzwischen Naturschutzgebiet mit vielen selten gewordenen Vogelarten.

In Mittelhuchting begann über die alte Dorfstraße. der Rückweg. Nach einer kurzen Rast am Sodenmattsee , war das Ziel am Rolandcenter auch bald wieder erreicht. Wer mochte, kehrte noch ein zu Kaffee und Kuchen.

Eine herrliche Wanderung im Bremer Stadtgebiet mit traumhaften Bildern einer frostigen Winterlandschaft.